Die Planung der Weltreise Dauer und Zeit

Wie lange soll deine Weltreise dauern und wann ist die beste Reisezeit? Für die weitere Planung ist es essentiell, dass du einen Zeitrahmen fixierst. Soll deine Reise drei oder sechs Monate dauern? Du planst ein Jahr auf Weltreise zu gehen? Oder länger? Kannst du die Dauer deiner Auszeit frei wählen, weil du kürzlich dein Studium abgeschlossen hast oder ermöglicht dir dein Arbeitgeber eine Auszeit von einem Jahr? Steht die Reisedauer fest, kannst du die Reiseroute definieren. Prüfe als nächstes, ob die Route im Hinblick auf das Klima Sinn macht.

Klar, der Wunsch entspricht nicht immer der Realität. Je grösser die Wunschliste, umso mehr Zeit und Geld brauchst du. Und du fragst dich jetzt bestimmt, kann ich mir eine 1-jährige Weltreise überhaupt leisten? Eine Weltreise muss kein Vermögen kosten.

Organisiere dir eine grosse Weltkarte als Planungshilfe

Du hast die Dauer und die Länder, die du entdecken willst, provisorisch definiert. Dann organisierst du dir am besten eine grosse Weltkarte, um die weiteren Schritte zu planen. Breite die Karte aus und markiere die Länder von deiner Wunschliste. Stecke Nadeln ein bei Städten, Ortschaften, Bergen oder Nationalparks, die du entdecken willst und versuche so eine Reiseroute zu definieren. Auf diese Weise kriegst du das Gefühl was machbar ist und welche Destinationen nicht drin liegen, weil die Distanzen zu gross sind.

Deine gesamte Reisedauer steht bereits fest. Bestimme nun die Anzahl Wochen oder Monate, die du im jeweiligen Kontinent oder Land verbringen willst. Planst du Open-End unterwegs zu sein, kannst du vor Ort entscheiden, wie lange du bleibst, wenn du ein entsprechendes Visum hast.

Wenn du genug Zeit zum planen hast, kannst du dir die Reise selbst auf die Beine stellen. Du findest viele Informationen im Internet auf Reiseblogs oder bei Freunden, die bereits auf Weltreise waren. Wenn du gerne im Internet surfst, brauchst du keine Beratung von einem Reisebüro. Du wirst alle nötigen Infos im Web finden. Natürlich kannst du mit deiner Wunschliste auch bei einem Reisebüro vorbei. Aus eigener Erfahrung können wir die Reiseanbieter Globetrotter und STA Travel empfehlen. Beide Anbieter sind spezialisiert auf Weltreisen und STA Travel bietet zudem Studententarife an.

Du willst klimamässig zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein

Du hast deine Route definiert, dann stell dir folgende Fragen. Macht die Route Sinn in Hinblick auf das Klima, Visa-Bestimmungen und die Weiterreise in das nächste Land? Und bin ich zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort? Es wäre ungünstig, während der Hurrikan Saison auf den Philippinen zu sein.

Klimazonen und ideale Reisezeit

Ganz wichtig ist, dass du bei deiner Routenplanung die Klimazonen der Länder die du bereisten willst mit berücksichtigst. Nicht dass du während des tiefsten Winters in Kanada bist, obwohl du eigentlich bei sommerlichen Temperaturen hast Campieren wollen. Tipps zur idealen Reisezeit gibt es unzählige. Aber Vorsicht, es gibt keine generelle ideale Reisezeit. Jeder empfindet Temperaturen anders. Studiere die Klimatabellen genau und finde deine persönliche ideale Reisezeit. Es ist natürlich nicht möglich, überall zum idealen Zeitpunkt zu sein und eine Garantie für gutes Wetter gibt es auch keine. Eine gute Planung kann trotzdem helfen, die Reise noch schöner zu machen.

Hochsaison, Tiefsaison, Nebensaison – Was ist ideal?

Die verschiedenen Saisons sind abhängig von Schulferien, Feiertagen und Klima. Es lohnt sich, die grossen Schulferien der Länder, die du zu bereisen planst, abzuklären. In Australien zum Beispiel sind von Mitte Dezember bis Ende Januar grosse Schulferien. Vor allem an der Ostküste oder in Küstennähe wird es schwierig, eine Unterkunft oder einen Campingplatz zu finden. Zudem können die Preise doppelt so hoch sein wie sonst. Auch Inlandflüge sind während den grossen Ferien sehr teuer oder gar ausgebucht. Es lohnt sich deshalb, während der Hauptferienzeit gegen den Strom zu reisen.

Vielleicht willst du aber bewusst genau dann an einem bestimmten Ort sein, wenn alle da sind. Ein spektakuläres Festival zum Beispiel. Silvester in Sydney. Damit dieses Vorhaben gelingt und nicht zur Enttäuschung wird, kläre vorher die Transport-, Park- und Unterkunftsfragen ab. So kannst du das Ereignis voll geniessen.

Wir haben auf Reisen gemerkt, dass nicht nur die Vorabklärung der grossen Schulferien oder der Hochsaison hilfreich sein kann. Es ist auch gut zu wissen, wann die Neben- oder gar Tiefsaison ist. Das Reisen in der Tiefsaison hat nicht nur Vorteile. Positiv ist, es sind wenige Touristen unterwegs und du kannst viele Sehenswürdigkeiten für dich alleine geniessen. Das kann aber ebensogut ein Nachteil sein. Womöglich sind gewisse Sehenswürdigkeiten, Campingplätze oder Hotels geschlossen, sei es wegen Renovationsarbeiten oder zuwenig Gästen.

Vor- und Nachteile vom Reisen in der Tiefsaison – Beispiele

Namibia – Reisen in der Nebensaison sehr empfehlenswert

In Namibia hat sich das Reisen in der Nebensaison als Volltreffer erwiesen. Wir waren die ersten drei Wochen im Mai unterwegs und wir können diese Reisezeit sehr empfehlen. Bei der Reiseplanung haben wir im Internet immer wieder von überfüllten Campingplätzen gelesen. Da uns nur drei Wochen Urlaub zur Verfügung standen, haben wir viele Campingplätze im Voraus gebucht. Während der Reise hat sich jedoch herausgestellt, dass dies nicht nötig gewesen wäre. Es hatte bei den meisten Camps noch freie Stellplätze zur Verfügung.

Besonders positiv haben wir unseren Aufenthalt im Etosha Nationalpark erlebt. Wenige Touristen, viele freie Stellplätze auf den Campingplätzen und wir sind sehr selten Overlander-Bussen begegnet. Auch die touristischen Attraktionen wie der Fish River Canyon und das Sossusvlei in der Namib-Wüste waren verhältnismässig untouristisch und sehr angenehm zu besichtigen.

Rajasthan – Reisen in der Tiefsaison nicht empfehlenswert

Ein weiteres Beispiel aus eigener Erfahrung, die wir in Rajasthan (Indien) gemacht haben. Wir sind im Juni gereist, in der Tiefsaison respektive in der heissesten Zeit des Jahres. Das wäre ja noch in Ordnung, wenn dann nicht gerade die grossen Schulferien der Inder wären. So waren zwar ganz wenig westliche Touristen unterwegs, dafür sind dann Scharen von indischen Touristen auf Reisen in ihrem eigenen Land. Das Schöne dabei ist, du lernst die Kultur der Inder noch besser kennen. Der Nachteil, es ist fast unmöglich kurzfristig Bahntickets zu kaufen. Oft sind Züge ausverkauft. Auf beliebten Hauptstrecken sind teilweise gar keine Tickets verfügbar oder nur in der tiefsten Klasse. Es ist möglich, sich auf eine Warteliste setzen zu lassen. Nur, wenn schon 300 andere auf der Warteliste stehen, sind die Chancen einen Sitzplatz zu kriegen sehr gering. Klar ist es möglich bereits Wochen im Voraus die Bahntickets zu kaufen, dann bleibt jedoch die Spontanität des Reisens total auf der Strecke. Ausserdem sind viele Gästehäuser und Restaurants, die auf westliche Touristen ausgerichtet sind, während der Tiefsaison geschlossen. Je nachdem was für ein Reisetyp du bist, kann es aber auch total spannend sein in der Tiefsaison zu reisen. Denn dann wirst du in lokalen Restaurants nur unter Einheimischen essen und wirst des Öfteren eingeladen. Authentischer kann reisen kaum sein.

In der Tiefsaison werden zudem überall Renovationsarbeiten vorgenommen. Baulärm ist in den Gästehäusern und Hotels an der Tagesordnung und oft steht nicht die ganze Infrastruktur zur Verfügung. Von den Kosten her ist das Reisen in der Tiefsaison sehr attraktiv, zumindest was die Übernachtung betrifft. Beim Transport, vor allem bei Taxis und Privatfahrern, sind die Preise eher höher als in der Hochsaison. Die Fahrer wissen, dass es wenig andere Reisende gibt und es ist schwierig ein Taxi mit anderen zu teilen. Bist du jedoch zeitunabhängig ist das kein Problem, früher oder später lässt sich immer eine günstige Mitfahrgelegenheit organisieren.

ANREGUNG: Du denkst jetzt vielleicht, mit soviel Planung und Abklärung geht die ganze Spontanität des Reisens verloren. Nicht unbedingt. Du musst ja nicht genau nach Plan reisen. Du kannst trotz allem spontan entscheiden und Deine Pläne ändern. Mit guter Vorbereitung kannst du aber Enttäuschungen, lange Wartezeiten oder Frust umgehen. Weisst du nämlich bereits im Vorfeld, dass es schwierig ist in den grossen Schulferien einen günstigen und romantischen Campingplatz an der australischen Küste zu finden, weil diese dann masslos überbucht sind, wirst du viel relaxter an die Sache rangehen. Vor allem kannst du vorab entscheiden, wo du gerne deine Zeit verbringen willst. Auf dem überfüllten Campingplatz oder in einem ruhigen Nationalpark im Landesinnern.

TIPP: Vermeide die ungünstigen Jahreszeiten. Sei es die Hurrikan Saison in Florida oder auf den Philippinen, den Monsoon in Indien oder Thailand oder die Regenzeit im Norden Australiens. Es gibt Länder mit Jahreszeiten die absolut ungeeignet sind, weil es dann regelmässig zu tropischen Stürmen oder Hurrikans kommt. Es lohnt sich auf jeden Fall, die geeigneten Reisezeiten abzuklären.