Pensionskasse Weltreise – Das musst du wissen

Eine Weltreise hat auf die Pensionskasse einen marginalen Einfluss. Bist du nicht mehr erwerbstätig, besteht keine Verpflichtung Beiträge in die Pensionskasse einzuzahlen. Das Kapital kannst du auf ein Freizügigkeitskonto einer Bank überweisen oder du eröffnest bei einer Versicherung eine Freizügigkeitspolice. Eine Auszahlung der gesamten Pensionskassengelder ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Was passiert mit der Pensionskasse während der Weltreise?

Wer eine Weltreise von mehreren Monaten oder einem Jahr plant, muss sich keine allzugrossen Sorgen machen. Während des Arbeitsverhältnisses werden die Beiträge an die Pensionskasse vom Arbeitnehmer und Arbeitgeber bezahlt. Löst du das Arbeitsverhältnis auf, besteht keine Verpflichtung mehr Beiträge in die Pensionskasse einzuzahlen. Dein Arbeitgeber wird den Austritt bei der Pensionskasse melden. Über die Austrittsleistung wirst du eine Abrechnung erhalten.

Was nun? Entweder eröffnest du ein Freizügigkeitskonto bei einer Bank oder eine Freizügigkeitspolice bei einer Versicherung, wo dein Guthaben auf einem Sperrkonto bleibt. Ein Freizügigkeitskonto kannst du bei fast jeder Bank eröffnen. Prüfe die Konditionen oder sprich am besten mit deiner Hausbank. Das Guthaben wird nun auf diesem Freizügigkeitskonto bleiben bis zu deiner Rückkehr. Eröffnest du eine Freizügigkeitspolice bei einer Versicherung ist der Vorteil, dass du zugleich versichert bist bei Risiken wie Invalidität oder Tod. Die Konditionen sind zwar ähnlich wie bei einer Bank, es wird jedoch ein Teil des Guthabens für die Versicherungsleistungen verwendet. Sobald du wieder eine Arbeit aufnimmst, wird das Guthaben auf das Konto der Pensionskasse deines neuen Arbeitgebers transferiert.

Unternimmst du nichts, bleibt dein Guthaben entweder bei der Pensionskasse des ehemaligen Arbeitgebers (falls die Vorsorgeeinrichtung das zulässt) oder es wird in die Auffangeinrichtung BVG übertragen.

ANMERKUNG: Bei der Entscheidung Bank oder Versicherung kommt es ganz darauf an, was für dich Priorität hat. Alterssparen oder Versicherungsleistung.

Was ist zu beachten bei unbezahltem Urlaub?

Beziehst du unbezahlten Urlaub, dann bleibst du normalerweise bei der Pensionskasse versichert. Während des Urlaubs werden die Beiträge weiterhin an die Vorsorgeeinrichtung eingezahlt. Kläre mit deinem Arbeitgeber die genauen Beitragsleistungen ab, damit du die Ausgaben die während der Reise entstehen als Fixkosten einkalkulieren kannst.

Nachdeckung für Risiken Invalidität und Tod

Nach dem Austritt aus der Pensionskasse besteht bis maximal 30 Tage eine Nachdeckung für die Risiken von Invalidität und Tod. Danach erlischt der Anspruch einer IV-Rente aus der beruflichen Vorsorge. Wer sich weiterhin versichern möchte, kann eine Freiwillige Versicherung für Risiken wie Invalidität oder Tod abschliessen.

Wann ist die Auszahlung des gesamten Kapitals aus der Pensionskasse möglich?

Du wanderst in ein Land aus, in dem du nicht obligatorisch der Sozialversicherungspflicht unterstellt bist? Dann kannst du die Barauszahlung des gesamten Kapitals aus deiner Pensionskasse anfordern.

Ist dein neues Wohnland ein Mitgliedstaat der EU beziehungsweise der EFTA, in dem du sozialversicherungspflichtig bist? Dann ist lediglich die Auszahlung des überobligatorischen Teils der Freizügigkeitsleistung möglich. Der BVG-Anteil muss somit auf ein Freizügigkeitskonto bei einer Bank oder auf eine Freizügigkeitspolice bei einer Versicherung transferiert werden.

Du planst endgültig Auszuwandern. Wie funktioniert die Auszahlung der gesamten Pensionskassengelder?

Du wanderst in ein Land aus, in dem du nicht sozialversicherungspflichtig bist? Dann kannst du dir die Freizügigkeitskapital bar auszahlen lassen, wenn du die Schweiz definitiv verlässt. Wenn du das in Erwägung ziehst, solltest du dich rechtzeitig darum kümmern. Der ausbezahlte Betrag ist steuerpflichtig und der Steuerabzug sollte nicht unterschätzt werden. Wenn der Auszahlungsbetrag mehrere Zehntausend Franken ausmacht, ist es empfehlenswert, das Guthaben erst nach der definitiven Abmeldung zu vollziehen. So kommt bei der Auszahlung nämlich die Quellensteuer zur Anwendung. Die Quellensteuer ist abhängig vom Standort der Pensionskassengelder. Je nachdem in welchem Kanton die Vorsorgestiftung den Geschäftssitz hat, kann die Quellensteuer mehrere Tausend Franken ausmachen. Unter Umständen lohnt es sich, ein Bankkonto bei einer Bank in einem steuergünstigen Kanton (z.B. Kanton Schwyz) zu eröffnen und die Vorsorgegelder dorthin zu transferieren. Da die Quellensteuern von Kanton zu sehr verschieden sind, lohnt sich eine gute Vorabklärung.

Lässt du dir das Guthaben aus der Pensionskasse auszahlen bevor du dich abgemeldet hast, wird der bezogene Betrag als separates Einkommen versteuert. Es lohnt sich vorher abzuklären, wie hoch die angewendeten Steuersätze sind. Diese können nämlich höher sein als die Quellensteuer.

Steuern sparen bei einer Auszahlung

Der Kapitalbezug unterliegt der Quellensteuer. Somit ist es sinnvoll, sich das Kapital auf ein Konto in einem steuergünstigen Kanton auszahlen zu lassen. Der Kanton Schwyz hat momentan den tiefsten Quellensteuersatz der Schweiz (Stand 2013). Bei grösseren Auszahlungsbeträgen kann sich der Aufwand überaus lohnen, denn der tiefe Steuersatz kann gut und gerne mehrere Tausend Franken ausmachen.

Für die Auszahlung benötigst du die Abmeldebescheinigung deiner Wohngemeinde und ein Konto für die Auszahlung. Du kannst zum Beispiel ein Freizügigkeitskonto bei der Freizügigkeitsstiftung der Schwyzer Kantonalbank eröffnen. Über das genaue Vorgehen und die erforderlichen Formalitäten nimmst du am besten direkt mit der Bank Kontakt auf.

Wer ein Konto nur für kurze Dauer eröffnet, muss mit relativ hohen Gebühren rechnen. Die Eröffnung und die Saldierung werden voraussichtlich mehreren Hundert Franken kosten. Die genauen Konditionen am besten direkt bei der Bank anfragen.

Investiere dein Kapital aus der Pensionskasse gut

Das Kapital aus der Pensionskasse solltest du gut investieren. Schliesslich handelt es sich ja um das Geld für das Alter. Plane dieses Geld auf keinen Fall für deine Reise ein. Auch nicht, wenn du in ein Haus oder Geschäft im Ausland investieren willst. Das ist zwar verlockend, wenn du jedoch nicht genug Geld für die geplante Reise oder deine neue Existenz hast, solltest du lieber länger sparen. Auch wenn das heisst, ein paar Jahre länger in der Schweiz zu bleiben.