Abmelden vom Wohnsitz – Ja oder Nein?

Bei der Vorbereitung auf eine Weltreise stellt sich eine grosse Frage. Abmelden vom Wohnsitz oder angemeldet bleiben? Je nach Reisedauer hast du die Wahl oder eben nicht. Die Wohngemeinde gibt dir Auskunft über die Regeln. Das Abmelden vom Wohnsitz wirkt sich vorallem auf Versicherungen, Steuern und Verträge aus. Mehr auf dieser Seite zu Fragen wie: Was sind die Vor- und Nachteile einer Abmeldung? Welche Auswirkungen hat eine Abmeldung? Was ist zu beachten, wenn man angemeldet bleibt?

Wann ist das Abmelden vom Wohnsitz sinnvoll? Die Dauer deiner Weltreise ist massgebend.

Informiere dich bei deiner Wohngemeinde bezüglich der Regeln beim Wegzug aufgrund einer Weltreise. Je nach Gemeinde und Kanton gibt es verschiedene Vorschriften. Bei den meisten Gemeinden ist eine Abmeldung Pflicht, wenn der Auslandaufenthalt mehr als ein Jahr beträgt. Kümmere dich frühzeitig darum. Denn das Abmelden vom Wohnsitz zieht viele Dinge hinter sich her.

Planst du eine drei- bis sechsmonatige Reise, ist es sinnvoller angemeldet zu bleiben. Der administrative Aufwand ist gross und lohnt sich steuertechnisch kaum. Bei einer Reise die ein Jahr oder länger dauert, ist eine Abmeldung vom Wohnsitz sinnvoll oder sogar Pflicht.

Abmelden vom Wohnsitz

Welche Auswirkungen hat das Abmelden vom Wohnsitz?

Viele. Vorallem auf die Steuern, die Armee, Versicherungen und Verträge. Meldest du dich ab, müssen bei der Gemeinde alle Steuerschulden bereinigt werden. Sind noch Steuerschulden offen, wird die Gemeinde keine Abmeldebescheinigung erstellen.

Was es bei der Krankenversicherung zu beachten gibt, kannst du hier nachlesen: Versicherungen/Krankenkasse.

Vorteile beim Abmelden vom Wohnsitz

Meldest du dich bei deiner Wohngemeinde ab, bist du bis zur Wiederanmeldung von der Steuerpflicht, und alle wehrpflichtigen Männer sowie weiblichen Angehörigen der Armee von der Wehrpflicht befreit.

Weitere Vorteile sind, mit der Abmeldebescheinigung der Gemeinde kannst du Mobiltelefonverträge, Billag (Radio- und Fernsehempfangsgebühren) und andere Abos ausserterminlich künden.

Planst du auszuwandern, kannst du dir die Pensionskasse auszahlen lassen. Es ist empfehlenswert dieses Geld gut anzulegen. Brauche das Geld aus der Pensionskasse auf keinen Fall für deine Reise. Auch wenn du noch jung bist, denk trotzdem schon jetzt an die Altersvorsorge. Es ist auch möglich eine Lebensversicherung ausserterminlich aufzulösen (je nach Vertrag). Meistens ist jedoch mit einem grossen Verlust zu rechnen und so lohnt es sich in den seltensten Fällen.

Nachteile beim Abmelden vom Wohnsitz

Wer sich in der Schweiz abmeldet, ist nicht mehr verpflichtet AHV-Beiträge zu bezahlen respektive kann keine AHV/IV einzahlen. Es entstehen Beitragslücken, wenn ein ganzes Kalenderjahr keine Beiträge geleistet werden. Diese Lücken können nachträglich geschlossen werden, wenn bestimmte Termine eingehalten werden. Mehr dazu in der Rubrik AHV/IV.

Wer sich abmeldet und nicht erwerbstätig ist, wird von der Pensionskasse ausgeschlossen. Das führt zu einer Beitragslücke. Das ist nicht weiter tragisch, bei Wiederaufnahme einer Arbeit wird die Pensionskasse wieder weitergeführt. Mehr dazu in der Rubrik Pensionskasse.

Du bleibst obligatorisch krankenversichert, egal ob du angemeldet bleibst oder dich abmeldest. Der Nachteil ist, dass die Schweizer Krankenkasse im Vergleich zu einigen Auslandskrankenversicherungen relativ teuer ist. Allenfalls ist es auch sinnvoll oder notwendig eine zusätzliche Reiseversicherung abzuschliessen, falls die Deckung für dein Reiseland oder Reiseländer nicht genügt. Denke aber daran, eine Krankheit kann jeden treffen. Spare also nicht bei deiner Gesundheit. Hier findest du Details zum Thema Krankenkasse und Auslandskrankenversicherung.

Wohnsitznahme im Ausland nach dem Abmelden vom Wohnsitz in der Schweiz

Wenn du dich abmeldest und im Ausland einen Wohnsitz begründest, bist du nicht mehr KVG pflichtig (Achtung: Bei Wohnsitznahme im EU-/EFTA-Raum gelten spezielle Versicherungsbedingungen.) Details zu diesem Thema findest du hier: Krankenversicherung/Unfallversicherung

Du bleibst angemeldet? Was es zu beachten gibt.

Bleibst du in der Schweiz angemeldet, bleibt dir viel Administratives erspart. Trotzdem musst du einige Dinge organisieren, nicht dass Rechnungen oder Behördliches monatelang liegen bleiben. Meldest du dich nicht ab, bist du nämlich steuerpflichtig. Die Steuererklärung muss auch während deiner Abwesenheit termingerecht eingereicht werden. Sorge dafür, dass jemand deine Steuererklärung ausfüllt, einreicht und die Rechnung begleicht. Diese Person benötigt von dir eine Vollmacht, die du mittels Formular von der Gemeinde erteilen kannst. Zudem braucht diese Person Zugang zu deinen Unterlagen wie Vermögensdaten (Kontoauszüge) und allen nötigen Belege.

Du kannst deine obligatorische Krankenversicherung behalten. Prüfe unbedingt die Deckung für die geplanten Reiseländer. Bei einem Auslandaufenthalt musst du allenfalls die Versicherungsleistungen und die Deckung in einem Krankheitsfall anpassen.

Bist Du nicht mehr erwerbstätig, erlischt auch die Unfallversicherung. Du kannst bei der Krankenkasse die Deckung für Unfall mit aufnehmen. Du hast beim Arbeitgeber gekündigt, kannst du kostengünstig die Unfallversicherung deines Arbeitgebers um maximal sechs Monate verlängern. Das funktioniert mit einer Abredeversicherung. Bist du länger als sechs Monate unterwegs, musst du dich anderweitig um deinen Versicherungsschutz kümmern. Am besten bei der Krankenkasse.

Kontaktadresse im Heimatland

Für behördliche Dinge benötigst du eine Kontaktadresse in der Heimat. Vorallem aber wenn du dich nicht abmeldest, brauchst du in deinem Heimatland eine Kontaktadresse. Überlege dir, wer in Frage kommt. Hast du Eltern, Geschwister oder Freunde, die sich um Steuerfragen, Rechnungen und Versicherungen kümmeren können? Besprich auch, wie ihr euch kontaktiert bei Fragen oder Unklarheiten. Obwohl heutzutage die meisten Dinge Online lösbar sind, gibt es immer wieder Überraschungen. Kommt ein eingeschriebener Brief, muss deine Kontaktperson womöglich eine Vollmacht vorzeigen.

Einfacher ist es bei Zahlungen. Über e-Banking kannst du von überall auf der Welt Rechnungen zahlen. Daueraufträge oder Lastschriftverfahren (LSV) helfen, dass du keinen Zahlungstermin deiner Krankenkasse verpasst. Bei Versicherungen und Krankenkassen können Onlineverträge abgeschlossen werden und auf der Reise hast du so einfach Zugriff auf deine Daten.